Die Impfung gegen Typhus

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über den Typhus sowie die Impfvorsorge gegen diese Infektionskrankheit informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Typhus und seine Behandlung

Der Typhus ist eine bakterielle Infektion, welche durch die Erreger Salmonella Typhi und Paratyphi hervorgerufen wird. Er kommt weltweit vor und wird durch bakterienhaltige Speisen, Getränke, oder bei ungenügender Hygiene auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Die Bakterien gelangen in den Darm und bei Aufnahme einer ausreichend großen Zahl kommt es zur Erkrankung. Die Bakterien durchdringen die Darmschleimhaut, vermehren sich und werden auf dem Blutweg im Körper verbreitet. Nach erneuter Vermehrung gelangen sie auch in den Kot sowie den Urin, werden ausgeschieden und können so zu neuen Infektionen führen. Bei der Typhus-Erkrankung handelt es sich also um eine Allgemeininfektion, die ca. 1 bis 3 Wochen nach der Übertragung beginnt und zu Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden sowie Beeinträchtigungen des Wachzustands führt. Als Komplikationen können Herzmuskelentzündungen, Lungenentzündungen, Darmblutungen, Hirnabszesse, Bauchfellentzündungen, schwere Blutvergiftungen mit nachfolgendem Organversagen und andere auftreten. Unbehandelt versterben bis zu 20% der Erkrankten.

Der Typhus kann mit Antibiotika therapiert werden. Allerdings wird aufgrund der anfangs unklaren Symptome die Diagnose häufig erst spät gestellt. Außerdem werden Antibiotika weltweit zunehmend unwirksam.

Die Impfung

Für die Impfung gegen Typhus sind zwei Impfstoffe verfügbar. Ein Impfstoff aus lebenden, abgeschwächten Typhus-Erregern wird in Form von Kapseln (je eine an Tag 1, 3, 5) verabreicht. Der zweite Impfstoff besteht aus abgetöteten Bakterienbestandteilen, ist also ein Totimpfstoff und wird einmalig in den Muskel oder unter die Haut verimpft. Über die Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es bei der Schluckimpfung gelegentlich zu lokalen Magen-Darm-Beschwerden (Erbrechen, Durchfall, Schmerzen) mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfällen kommen; auch AIIgemeinsymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Frösteln, Müdigkeit und leichte bis mäßige Temperaturerhöhung werden gelegentlich beobachtet. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab. Beim Totimpfstoff werden zusätzlich häufig ( bei 1 bis 10% der Geimpften) innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend an der Impfstelle Rötungen, und Schwellungen beobachtet.

In Einzelfällen können nach Gabe beider Impfstoffe allergische Hautreaktionen (Juckreiz, Rötung) oder allergische Reaktionen der Bronchien auftreten. Über allergische Sofortreaktionen beim Totimpfstoff wurde in Einzelfällen berichtet.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Impfung gegen Typhus wird für einen individuellen Schutz gegen Typhus auf Reisen bei erhöhtem Infektionsrisiko verabreicht. Die Schutzwirkung des oralen Lebendimpfstoffs setzt 10 Tage nach Gabe der letzten Kapsel ein und hält ca. 1Jahr an. Der Totimpfstoff weist eine Schutzwirkung von 85 bis 90 % auf, die Schutzdauer beträgt 3 Jahre.

Wer geimpft werden sollte

Die deutsche Experten-Kommission für Impfungen (STIKO) empfiehlt die Typhus-Impfung Personen mit erhöhtem Infektions-Risiko bei Reisen in Gebiete mit erhöhtem Auftreten des Typhus. Meist wird die Impfung solchen Reisenden empfohlen, die sich längere Zeit in entsprechenden, insbesondere tropischen und subtropischen Ländern aufhalten oder die während ihres Aufenthalts keine individuellen Hygiene-Maßnahmen und keine Nahrungsmittelhygiene einhalten können oder wollen.

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