Die Impfung gegen Hepatitis B

ine Information Ihrer Arztpraxis und des Forum Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Impfvorsorge gegen Hepatitis B informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Hepatitis B und ihre Behandlung

Die infektiöse Leberentzündung (Hepatitis B) ist eine Virusinfektion, deren Übertragung vorwiegend durch Blut und Körperflüssigkeiten (z.B. gemeinsamer Gebrauch von Kanülen/Spritzen bei Drogenmissbrauch, Übertragung von infizierten Müttern auf das ungeborene Kind, Geschlechtsverkehr) von akut oder chronisch infizierten Menschen erfolgt.

Nach der Aufnahme vermehren sich die Viren in den Leberzellen, wobei diese durch die Abwehrreaktion des Körpers geschädigt werden. Wenn die Abwehrreaktion des Körpers stark genug ist, werden alle befallenen Leberzellen zerstört und die Krankheit heilt aus. Bei einer zu schwachen Abwehreaktion bleibt ein Teil der infizierten Leberzellen erhalten, und die Hepatitis wird chronisch. Die Wahrscheinlichkeit des Übergangs in die chronische Form ist u.a. vom Alter abhängig. Sie beträgt beim Neugeborenen mehr als 90 %, beim Säugling 60 bis 80 %, bei Kleinkindern 30 bis 40 %, bei Schulkindern 10 % und bei Erwachsenen 5 bis 10 %. Mindestens ein Drittel der chronisch Erkrankten wurde im Kindesalter infiziert.

Die Erkrankung beginnt mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Fieber, Appetitlosigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch und in den Gelenken. Dann treten Gelbsucht, Dunkelfärbung des Urins und Entfärbung des Stuhls auf. Bei komplikationslosem Verlauf klingen die Symptome nach 2 bis 6 Wochen wieder ab und die Erkrankung heilt folgenlos aus. Der Teil der Infektionen, der chronisch verläuft , kann nach Jahren zur Schrumpfleber und zu Leberkrebs führen. Chronische Hepatitis B-Infektionen werden mit Hemmstoffen der Virusvermehrung behandelt, die jedoch nur teilweise zum Erfolg führen.

Die Impfung gegen Hepatitis B

Der Hepatitis B-Impfstoff enthält HBsAg, einen Eiweißstoff des Virus, der für die Ausbildung der Körperabwehr wichtig ist. Seit 1986 wird HBsAg biotechnologisch hergestellt. Der Impfstoff wird in den Oberarmmuskel injiziert. Der Grundschutz besteht aus drei Impfungen, die im Abstand von 4-6 Wochen bzw. 6-12 Monaten verabreicht werden. Für Säuglinge werden heute vor allem Sechsfachimpfstoffe (Tetanus/Diphtherie/Polio/Haemophilus influenzae (Hib), Keuchhusten/Hepatitis B) verwendet. Der Impfschutz setzt etwa 2 Wochen nach der 2. Impfung ein. In bestimmten Fällen ist eine Kontrolle des Impferfolgs erforderlich. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es bei 1-10 % der Impflinge innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend, an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen, gelegentlich auch verbunden mit Beteiligung der zugehörigen Lymphknoten. Allgemeinsymptome wie beispielsweise leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen oder Müdigkeit sind selten. Eine Erhöhung der Leberenzymwerte wird vereinzelt (unter 1 auf 10.000) in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung beobachtet. In der Regel sind diese Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Komplikationen: In Einzelfällen wird über allergische Reaktionen (Gefäße, Haut), oder schockartige Zustände (niedriger Blutdruck) nach Hepatitis-B-Impfung berichtet.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Hepatitis B stellt die wichtigste Virusinfektion in Deutschland dar mit jährlich 50.000 Neuerkrankungen und etwa 1.000 direkt oder indirekt verursachten Todesfällen. Die Impfung ist die wichtigste individuelle Maßnahme zum Schutz vor der Hepatitis B-Infektion. Durch eine Impfstrategie mit Impfung aller Kinder und Jugendlichen, der Vorsorge bei Neugeborenen infizierter Mütter und Impfung von Risikopersonen wird angestrebt, in den nächsten

Jahrzehnten über 90 % der Bevölkerung zu impfen und damit die Hepatitis B möglichst auszurotten.

Wer geimpft werden sollte

Die Hepatitis B-Impfung ist allgemein empfohlen für Säuglinge bzw. Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Weiterhin wird die Impfung besonders Personen mit erhöhtem Hepatitis B-Risiko empfohlen, u.a. Personen in der Gesundheits- und Wohlfahrtspflege, Patienten mit chronischen Erkrankungen der Leber, des Bluts, des Immunsystems, Personen mit chronisch infizierten Familienangehörigen, Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, Drogenabhängigen, Strafgefangenen, Personen in Gemeinschaftseinrichtungen und Reisenden in Regionen mit großer Hepatitis B-Häufigkeit. Neugeborene chronisch infizierter Mütter werden sofort nach der Geburt geimpft.

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