Die Impfung gegen Diphtherie

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens* über die Diphtherie sowie die Impfvorsorge gegen diese Infektionskrankheit informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Diphtherie und ihre Behandlung

Die Diphtherie wird durch Bakterien (Corynebacterium diphtheriae) verursacht. Diese bilden ein Gift (Toxin), das einer der stärksten bekannten Hemmstoffe der Eiweißproduktion der Körperzellen ist. Der Erreger wird durch Sekrete der oberen Atemwege (Tröpfcheninfektion) oder Wunden übertragen. Er verbleibt in der Regel an der Eintrittsstelle, löst dort eine lokale Diphtherie aus oder schädigt durch Verbreitung des Toxins über den Blutweg andere Organe. Die Diphtherie kann als Rachen-Diphtherie (blutende, schmutzig-graue Beläge auf Rachenmandel, Gaumen und Zäpfchen, Lähmung des Gaumensegels, der Schlundmuskulatur mit Schluckstörungen oder Atemlähmung), als Kehlkopf-Diphtherie (Beläge auf Kehlkopf, Schwellung des Halses und Erstickungstod) oder als Hautdiphtherie (tief liegende, schlecht heilende Geschwüre) auftreten. Gelangt das Diphtherie-Gift in den Kreislauf, kann eine tödlich verlaufende Herzmuskel-Entzündung die Folge sein. Die Diphtherie wird durch Gabe von tierischem Serum und mit Antibiotika behandelt.

Die Impfung

Der Diphtherie-Impfstoff enthält eine standardisierte Menge von entgiftetem Diphtherie-Toxin. Im Impfstoff für Erwachsene ist diese Menge geringer als im Kinderimpfstoff. Die Impfung wird in den Muskel injiziert. Zur Grundimmunisierung werden 3 Impfdosen im Abstand von 4-6 Wochen und 6-12 Monaten verabreicht. Für die Diphtherie-Impfung bei Kindern wird üblicherweise ein Kombinations-Impfstoff mit Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae (Hib) und Hepatitis B verwendet, bei Erwachsenen die Kombination mit Tetanus oder Tetanus und Kinderlähmung. Nach der Impfung sollten über das normale Maß hinausgehende Aktivitäten für einige Tage vermieden werden. Der Impfschutz sollte im Erwachsenenalter alle 10 Jahre aufgefrischt werden. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

    Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Diphtherie tritt nach wie vor in vielen Regionen der Welt auf und wird vereinzelt nach Deutschland eingeschleppt. So kam es seit 1988 in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zu weit über 200.000 Erkrankungen mit mehr als 5.000 Toten. In der Folge wurden in Deutschland wieder Erkrankungen registriert. Da bei uns weniger als zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung einen sicheren Schutz aufweisen, besitzt die Impfung höchste Priorität. Die Impfung stellt die einzige Möglichkeit dar eine Erkrankung zu verhindern, da durch sie ein sicherer Schutz erreicht wird. Durch die Impfung von über 80 % der Bevölkerung kann die Ausbreitung der Diphtherie verhindert werden.

Wer geimpft werden sollte

Die Diphtherie-Impfung wird für alle Personen empfohlen. Insbesondere Menschen, für die eine besondere Gefährdung besteht, sollten besonders auf einen ausreichenden Schutz achten. Dazu zählen aus Endemiegebieten kommende Personen in Gemeinschaftseinrichtungen sowie Personal solcher Einrichtungen, Reisende in Regionen mit Diphtherie-Risiko, Personen mit Berufsrisiko einer Diphtherie oder erhöhter Infektionsgefahr durch starken Publikumsverkehr.

Internistisches Hausärztliches Zentrum

im Gesundheitszentrum
Viersener Straße 50-52
41061 Mönchengladbach

Telefon: 02161/95330-0
Telefax: 02161/95330-20

Kontaktieren Sie uns

Impressum @ 2006 Internistisches Hausärztliches Zentrum