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Tipps und Tricks

Hier finden Informationen, die wir für nützlich, anregsam, interessant, amüsant und nachdenkenswert halten. Blättern Sie durch die Seiten und genießen Sie Informationen, die für Sie sicherlich auch teilweise neu sind.

Selbstverständlich sind wir immer offen gerade für Tipps und Tricks, die Sie kennen, die wir noch nicht kennen und die unter Umständen auch von allgemeinem Interesse sind. Dann scheuen Sie sich nicht, uns Ihre wissenswerten Informationen zuzusenden.

Prävention und Impfberatung

Quelle: Ärztezeitung Weltweit ist fast keine Destination mehr unerreichbar. So stehen auch Reisen in Länder mit erheblichen gesundheitlichen Risiken hoch im Kurs. Ärzte und Apotheker können Patienten hier frühzeitig aufklären und Erkrankungen vorbeugen. NEU-ISENBURG. Jährlich reisen nach Angaben des Düsseldorfer Centrums für Reisemedizin (CRM) 44 Millionen Menschen aus Deutschland ins Ausland. Darunter befänden sich immer häufiger auch ältere oder chronisch kranke Patienten. Nicht selten träten während oder nach der Reise vom Reisedurchfall bis hin zur schweren Infektionskrankheit gesundheitliche Probleme auf. Ärzte können bei ihren Patienten bereits im Vorfeld einer Reise gezielt gegensteuern - zum Beispiel mit einer reisemedizinischen Beratung auf Selbstzahlerbasis. Fink erinnert auch an die wichtige Rolle des Arztes, wenn es um die Mitnahme bestimmter Arzneien auf Reisen geht. "Nicht alle Medikamente dürfen über die deutsche Grenze hinaus in ein anderes Land gebracht werden. Das gilt insbesondere für Arzneimittel, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, wie starke Schmerzmittel und einige Husten- und Schlafmittel", so Fink. Patienten, die auf solche Medikamente angewiesen seien, müssten sich dies von ihrem behandelnden Arzt bestätigen oder von der obersten Landesgesundheitsbehörde beglaubigen lassen. Das gelte zumindest für Reisen in die Länder des Schengener Abkommens - Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, die Tschechische Republik und Ungarn. Für jede Arznei ist eine eigene Bestätigung nötig Nur mit dem entsprechenden Formular dürfe eine für die Dauer der Reise angemessene Menge an solchen Arzneimitteln mitgenommen werden. Wichtig, so Fink: Für jedes Medikament ist zwingend eine eigene Bestätigung vorzulegen. Bei Reisen in Länder außerhalb der Schengen-Staaten muss laut Fink eine mehrsprachige Bestätigung von Arzt und Landesgesundheitsbehörde vorliegen, die Angaben über die Dosierung enthalte, damit der Bedarf abgeschätzt werden könne. Die notwendigen Formulare stehen für Ärzte, Apotheker, aber auch Patienten selbst auf der Website des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (www.bfarm.de) zum Download bereit. Zu beachten hätten Ärzte und Apotheker im Patienten- respektive Kundengespräch, ihr Gegenüber darauf hinzuweisen, dass nur der Verwender die Arzneimittel mitnehmen dürfe. Ein Transport durch andere, Familienangehörige eingeschlossen, sei nicht erlaubt. Auch der Ratschlag, dass Patienten einen mehrsprachigen Nothilfepass bei sich führen sollten, in den alle lebenswichtigen Medikamente sowie der Kontakt zu dem behandelnden Arzt eingetragen sind, sei hilfreich. Tritt auf Reisen doch einmal der Fall ein, dass Betäubungsmittel benötigt werden, so könnten sich betroffene Patienten diese grundsätzlich durch einen vor Ort ansässigen Arzt verschreiben lasen. Allerdings, rät Fink Patienten in solchen Situationen, sich vorher bei ihrer StammApotheke zu erkundigen, ob es das benötigte Arzneimittel in dem jeweiligen Reiseland auch gibt. Nicht nur die Apotheker gehen gezielt in die Aufklärungsoffensive, was den angemessenen Reiseschutz anbelangt. So startete die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) jüngst anlässlich der beginnenden Urlaubssaison eine Präventionsinitiative, die vor allem die Schutzimpfungen in den Fokus der Patienten rückt. "Ihr Hausarzt informiert Sie über notwendige Reiseschutzimpfungen. Lassen Sie bei der Gelegenheit auch gleich Ihre anderen Impfungen überprüfen", wendet sich Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der KBV, an die potenziellen Reisenden. Müller macht auch auf die Risiken eines Urlaubs in heimischen Gefilden aufmerksam: "Nicht nur bei Fernreisen, sondern auch beim Wandern im Bayerischen Wald können sich Touristen beispielsweise durch Zeckenbisse mit Krankheitserregern anstecken." Versicherte sollten sich spätestens sechs Wochen vor Reiseantritt über den passenden Impfschutz und weitere Vorsorgemaßnahmen beraten lassen, appelliert er. Dabei verweist er auf Immunisierungen gegen Hepatitis A und B, Gelbfieber, Cholera, Tollwut und Typhus..

Die Impfung gegen Diphtherie

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens* über die Diphtherie sowie die Impfvorsorge gegen diese Infektionskrankheit informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Diphtherie und ihre Behandlung

Die Diphtherie wird durch Bakterien (Corynebacterium diphtheriae) verursacht. Diese bilden ein Gift (Toxin), das einer der stärksten bekannten Hemmstoffe der Eiweißproduktion der Körperzellen ist. Der Erreger wird durch Sekrete der oberen Atemwege (Tröpfcheninfektion) oder Wunden übertragen. Er verbleibt in der Regel an der Eintrittsstelle, löst dort eine lokale Diphtherie aus oder schädigt durch Verbreitung des Toxins über den Blutweg andere Organe. Die Diphtherie kann als Rachen-Diphtherie (blutende, schmutzig-graue Beläge auf Rachenmandel, Gaumen und Zäpfchen, Lähmung des Gaumensegels, der Schlundmuskulatur mit Schluckstörungen oder Atemlähmung), als Kehlkopf-Diphtherie (Beläge auf Kehlkopf, Schwellung des Halses und Erstickungstod) oder als Hautdiphtherie (tief liegende, schlecht heilende Geschwüre) auftreten. Gelangt das Diphtherie-Gift in den Kreislauf, kann eine tödlich verlaufende Herzmuskel-Entzündung die Folge sein. Die Diphtherie wird durch Gabe von tierischem Serum und mit Antibiotika behandelt.

Die Impfung

Der Diphtherie-Impfstoff enthält eine standardisierte Menge von entgiftetem Diphtherie-Toxin. Im Impfstoff für Erwachsene ist diese Menge geringer als im Kinderimpfstoff. Die Impfung wird in den Muskel injiziert. Zur Grundimmunisierung werden 3 Impfdosen im Abstand von 4-6 Wochen und 6-12 Monaten verabreicht. Für die Diphtherie-Impfung bei Kindern wird üblicherweise ein Kombinations-Impfstoff mit Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae (Hib) und Hepatitis B verwendet, bei Erwachsenen die Kombination mit Tetanus oder Tetanus und Kinderlähmung. Nach der Impfung sollten über das normale Maß hinausgehende Aktivitäten für einige Tage vermieden werden. Der Impfschutz sollte im Erwachsenenalter alle 10 Jahre aufgefrischt werden. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Diphtherie tritt nach wie vor in vielen Regionen der Welt auf und wird vereinzelt nach Deutschland eingeschleppt. So kam es seit 1988 in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zu weit über 200.000 Erkrankungen mit mehr als 5.000 Toten. In der Folge wurden in Deutschland wieder Erkrankungen registriert. Da bei uns weniger als zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung einen sicheren Schutz aufweisen, besitzt die Impfung höchste Priorität. Die Impfung stellt die einzige Möglichkeit dar eine Erkrankung zu verhindern, da durch sie ein sicherer Schutz erreicht wird. Durch die Impfung von über 80 % der Bevölkerung kann die Ausbreitung der Diphtherie verhindert werden.

Wer geimpft werden sollte

Die Diphtherie-Impfung wird für alle Personen empfohlen. Insbesondere Menschen, für die eine besondere Gefährdung besteht, sollten besonders auf einen ausreichenden Schutz achten. Dazu zählen aus Endemiegebieten kommende Personen in Gemeinschaftseinrichtungen sowie Personal solcher Einrichtungen, Reisende in Regionen mit Diphtherie-Risiko, Personen mit Berufsrisiko einer Diphtherie oder erhöhter Infektionsgefahr durch starken Publikumsverkehr.

Die Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sowie die Impfvorsorge gegen diese Infektionskrankheit informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die FSME und ihre Behandlung

Die FSME ist eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit, deren Erreger, das FSME-Virus, durch Zecken (bei uns vor allem den „Gemeinen Holzbock“) übertragen wird. Virustragende Zecken kommen in bestimmten Gebieten, sogenannten „Naturherden“ vor. In diesen Gebieten sind etwa 1 bis 5% der Zecken Träger des FSME-Virus. Risikogebiete der FSME finden sich in Teilen Baden-Württembergs, Bayerns, Hessens, von Rheinland-Pfalz und Thüringen. Außerhalb Deutschlands sind große Teile Zentral-, sowie Osteuropas und Asiens betroffen. Eine detaillierte Verbreitungskarte der Übertragungsgebiete finden Sie in Ihrer Arztpraxis.

Etwa ein Zehntel bis maximal die Hälfte der mit dem FSME-Virus Infizierten erkrankt. Nach dem Stich gelangt das Virus über das Lymphsystem zur Milz, wo es sich vermehrt und in die Blutbahn übergeht. Dann besiedelt es das Gehirn. Dort findet eine erneute Vermehrung statt und die typischen Krankheitserscheinungen werden hervorgerufen.

Zunächst treten grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen) auf. Bei etwa 10% der Infizierten kommt es nach einer beschwerdefreien Zwischenphase zu Symptomen einer Hirnhaut-Entzündung (Fieber, Erbrechen, Nackenstarre, starke Kopfschmerzen), einer Gehirn-Entzündung (zusätzlich Beeinträchtigung des Bewusstseins, Krampfanfälle, Verhaltensänderungen) oder einer Entzündung des Rückenmarks (zusätzlich mit Muskel-Lähmungen). Ein Teil der Patienten behält bleibende Lähmungen oder psychische Veränderungen. Schwere Verlaufsformen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf. Ca. 1 bis 2 % der Erkrankten stirbt. Eine ursächliche Therapie der FSME gibt es nicht.

Die Impfung gegen FSME

Die Impfstoffe für Kinder sowie für Jugendliche und Erwachsene enthalten abgetötete FSME-Viren, sind also Totimpfstoffe. Für eine komplette Grundimmunisierung werden 3 Dosen (2. Dosis nach 3 bis 4 Wochen, 3. Dosis nach 6 bis 12 Monaten) in die Muskulatur injiziert.. Für Personen, die einen schnellen Schutz benötigen, ist auch ein „Schnellschema“ verfügbar, das beim weitaus größten Teil der Geimpften bereits 3 Wochen nach der ersten Impfung zu einem Schutz führt. Bei weiter bestehendem Infektionsrisiko muß nach 3 Jahren aufgefrischt werden. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es innerhalb von 1-3 Tagen, selten auch länger anhaltend, an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen, gelegentlich mit Anschwellung der Lymphknoten. Bei Kindern können Temperaturerhöhungen über 38 °C und Symptome einer Grippe, gelegentlich auch Übelkeit und Erbrechen auftreten, auch Gelenk- sowie Muskelschmerzen, die mit Zeichen einer Hirnhautentzündung verwechselt werden. Bei Erwachsenen werden häufig innerhalb der ersten 1-4 Tage Fieber und Allgemeinsymptome wie Temperaturerhöhung, Kopfschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein oder Magen-Darm-Erscheinungen und Missempfindungen wie Taubheitsgefühl und Kribbeln beobachtet. Die Symptome treten vor allem nach der ersten Impfung auf (nach weiteren Impfungen werden sie seltener). Sie klingen in der Regel nach 72 Stunden ab. Gelegentlich kommen Gelenks- und Muskelschmerzen vor. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Bei Geimpften jeden Alters wurden in Einzelfällen allergische Reaktionen (Nesselsucht, Atemnot, Krampf der Bronchien, Blutdruck-Abfall) beobachtet. Ebenfalls wurde über EinzeIfälle von Erkrankungen des peripheren Nervensystems (Nerven-entzündung, Syndrom der aufsteigenden Lähmung) berichtet.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

In Deutschland werden jährlich etwa 200 bis 400 FSME-Erkrankungen bekannt. Die Impfung stellt die einzige, sicher wirksame Maßnahme zur Vorbeugung und Vermeidung einer FSME dar. Die Schutzrate nach einer Grundimmunisierung liegt bei mehr als 95%. Die Impfung schützt auch gegen die Formen der durch Zecken übertragenen Hirnhaut-Entzündung, die in Russland verbreitet sind.

Wer geimpft werden sollte

Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis sollten alle Personen geimpft werden, die in FSME-Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen können.

Die Impfung gegen Grippe (Influenza)

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Grippe (Influenza) sowie die Impfvorsorge gegen diese Infektionskrankheit informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Influenza und ihre Behandlung

Die Grippe ist eine durch Viren verursachte Atemwegserkrankung. Die Übertragung zwischen den Menschen erfolgt durch Tröpfcheninfektion, durch direkten Kontakt (z.B. Handschlag) und durch Kontaktinfektion über verunreinigte Gegenstände. Infiziert werden Zellen der gesamten Atemwege, wo auch die Virusvermehrung stattfindet. Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl, Kopf- und Muskelschmerzen und Atemwegs-Symptomen (Schluckbeschwerden, trockener Husten, Entzündung des Rachens und der Luftröhre mit Schmerzen hinter dem Brustbein). Die Symptomatik dauert 5 bis 7 Tage an. Bei Patienten mit Risikofaktoren treten häufig Komplikationen (Lungenentzündung, Entzündung des Herzmuskels oder des Herzbeutels) auf, bei Kindern und Jugendlichen bei gleichzeitiger Aspirin-Therapie ein akutes Versagen der Leber mit Gehirnschädigung (Reye-Syndrom).

Die Influenza kann mit Medikamenten therapiert werden. Wenn man diese innerhalb von 24 Stunden nach Erkrankungsbeginn einnimmt verkürzen sie den Krankheitsverlauf.

Die Impfung gegen Influenza

Der Grippe-Impfstoff besteht aus Bestandteilen der Virushülle. Laboratorien und Zentren überwachen die Verbreitung des Erregers sowie seine Veränderungen und melden diese Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese gibt Empfehlungen für die jährlich aktuelle Zusammensetzung des Impfstoffs heraus. Der Impfstoff sollte jedes Jahr vor Beginn der Grippe-Saison (Spät-Herbst) verabreicht werden. Je nach verwendetem Präparat und in Abhängigkeit vom Alter variieren die Menge (0,25 bis 0,5 ml) und die Zahl der Injektionen (Kinder unter 3 Jahren 2 Dosen, Kinder ab Beginn des 4. Lebensjahres und Erwachsene 1 Dosis). Für Personen über 65 Jahren stehen Impfstoffe mit verstärkter Wirkung zur Verfügung. Der Impfstoff wird vorzugsweise in den Oberarm verabreicht. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es gelegentlich innerhalb von 1-3 Tagen an der Impfstelle zu leichten Schmerzen, Rötung und Schwellung kommen, gelegentlich auch zu vorübergehenden Verhärtungen oder Schwellungen der zugehörigen Lymphknoten. Ebenfalls kann es nach der Impfung zu Allgemeinsymptomen wie Fieber, Frösteln, Übelkeit, Unwohlsein, Müdigkeit, Schwitzen, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen kommen. Die letztgenannten Allgemeinreaktionen dürften der Grund dafür sein, dass die Influenza-Impfung fälschlicherweise für das Auftreten Influenza-ähnlicher Erkrankungen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung verantwortlich gemacht wird. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Sehr selten werden allergische Reaktionen an Haut und Bronchien beobachtet; über einen allergischen Schock wurde nur in EinzelfäIIen berichtet. Eine Hühnereiweiß-Allergie ist eine Gegenanzeige für die Impfung, da der Impfstoff in Hühnereiern produziert wird. Ebenfalls sehr selten kann es zu einer Gefäßentzündung oder einem vorübergehenden Abfall der Blutplättchen kommen, als deren Folge Blutungen auftreten können. Im Zusammenhang mit einer Massenimpfung von US-Bürgern gegen die so genannte "Schweine- grippe" im Jahre 1976 trat das Guillain-Barré-Syndrom (eine aufsteigende Lähmung) gehäuft auf, das in der Folgezeit allerdings nur noch in EinzelfäIIen nach einer Influenza-Schutzimpfung beobachtet wurde.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Impfung führt zur Abnahme der Infektionen, sie mildert deren klinische Verlaufsformen und reduziert die Zahl der tödlich verlaufenden Erkrankungen um bis zu 90%. In Altenpflegeheimen und Krankenhäusern konnte gezeigt werden, dass die Impfung des medizinischen und pflegerischen Personals einen sehr großen positiven Einfluss auf die Häufigkeit der Erkrankung bei den Patienten hatte. Eine mittelschwere Epidemie hat in den letzten Jahren 30.000 zusätzliche Todesfälle vor allem unter den älteren Menschen verursacht und zu einem gesellschaftlichen Schaden von mehr als 900 Millionen DM geführt.

Wer geimpft werden sollte

Die Grippe-Impfung wird allen Personen mit erhöhtem Übertragungs- oder Erkrankungsrisiko empfohlen. Dazu zählen Personen über 60 Jahren und Personen ab dem 6. Lebensmonat mit Grunderkrankungen (Atemwege, Herz-Kreislauf-System, Niere, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Krankheiten des Abwehrsystems, des Blutes; Multiple Sklerose Abwehrsystem, Blut), Personen mit häufigem Publikumsverkehr, in medizinischen und pflegerischen Bereichen sowie mit Kontakt zu gefährdeten Patienten im engeren persönlichen Bereich.

Die Impfung gegen Grippe (Influenza)

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Grippe (Influenza) sowie die Impfvorsorge gegen diese Infektionskrankheit informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Influenza und ihre Behandlung

Die Grippe ist eine durch Viren verursachte Atemwegserkrankung. Die Übertragung zwischen den Menschen erfolgt durch Tröpfcheninfektion, durch direkten Kontakt (z.B. Handschlag) und durch Kontaktinfektion über verunreinigte Gegenstände. Infiziert werden Zellen der gesamten Atemwege, wo auch die Virusvermehrung stattfindet. Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl, Kopf- und Muskelschmerzen und Atemwegs-Symptomen (Schluckbeschwerden, trockener Husten, Entzündung des Rachens und der Luftröhre mit Schmerzen hinter dem Brustbein). Die Symptomatik dauert 5 bis 7 Tage an. Bei Patienten mit Risikofaktoren treten häufig Komplikationen (Lungenentzündung, Entzündung des Herzmuskels oder des Herzbeutels) auf, bei Kindern und Jugendlichen bei gleichzeitiger Aspirin-Therapie ein akutes Versagen der Leber mit Gehirnschädigung (Reye-Syndrom).

Die Influenza kann mit Medikamenten therapiert werden. Wenn man diese innerhalb von 24 Stunden nach Erkrankungsbeginn einnimmt verkürzen sie den Krankheitsverlauf.

Die Impfung gegen Influenza

Der Grippe-Impfstoff besteht aus Bestandteilen der Virushülle. Laboratorien und Zentren überwachen die Verbreitung des Erregers sowie seine Veränderungen und melden diese Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese gibt Empfehlungen für die jährlich aktuelle Zusammensetzung des Impfstoffs heraus. Der Impfstoff sollte jedes Jahr vor Beginn der Grippe-Saison (Spät-Herbst) verabreicht werden. Je nach verwendetem Präparat und in Abhängigkeit vom Alter variieren die Menge (0,25 bis 0,5 ml) und die Zahl der Injektionen (Kinder unter 3 Jahren 2 Dosen, Kinder ab Beginn des 4. Lebensjahres und Erwachsene 1 Dosis). Für Personen über 65 Jahren stehen Impfstoffe mit verstärkter Wirkung zur Verfügung. Der Impfstoff wird vorzugsweise in den Oberarm verabreicht. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es gelegentlich innerhalb von 1-3 Tagen an der Impfstelle zu leichten Schmerzen, Rötung und Schwellung kommen, gelegentlich auch zu vorübergehenden Verhärtungen oder Schwellungen der zugehörigen Lymphknoten. Ebenfalls kann es nach der Impfung zu Allgemeinsymptomen wie Fieber, Frösteln, Übelkeit, Unwohlsein, Müdigkeit, Schwitzen, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen kommen. Die letztgenannten Allgemeinreaktionen dürften der Grund dafür sein, dass die Influenza-Impfung fälschlicherweise für das Auftreten Influenza-ähnlicher Erkrankungen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung verantwortlich gemacht wird. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Sehr selten werden allergische Reaktionen an Haut und Bronchien beobachtet; über einen allergischen Schock wurde nur in EinzelfäIIen berichtet. Eine Hühnereiweiß-Allergie ist eine Gegenanzeige für die Impfung, da der Impfstoff in Hühnereiern produziert wird. Ebenfalls sehr selten kann es zu einer Gefäßentzündung oder einem vorübergehenden Abfall der Blutplättchen kommen, als deren Folge Blutungen auftreten können. Im Zusammenhang mit einer Massenimpfung von US-Bürgern gegen die so genannte "Schweine- grippe" im Jahre 1976 trat das Guillain-Barré-Syndrom (eine aufsteigende Lähmung) gehäuft auf, das in der Folgezeit allerdings nur noch in EinzelfäIIen nach einer Influenza-Schutzimpfung beobachtet wurde.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Impfung führt zur Abnahme der Infektionen, sie mildert deren klinische Verlaufsformen und reduziert die Zahl der tödlich verlaufenden Erkrankungen um bis zu 90%. In Altenpflegeheimen und Krankenhäusern konnte gezeigt werden, dass die Impfung des medizinischen und pflegerischen Personals einen sehr großen positiven Einfluss auf die Häufigkeit der Erkrankung bei den Patienten hatte. Eine mittelschwere Epidemie hat in den letzten Jahren 30.000 zusätzliche Todesfälle vor allem unter den älteren Menschen verursacht und zu einem gesellschaftlichen Schaden von mehr als 900 Millionen DM geführt.

Wer geimpft werden sollte

Die Grippe-Impfung wird allen Personen mit erhöhtem Übertragungs- oder Erkrankungsrisiko empfohlen. Dazu zählen Personen über 60 Jahren und Personen ab dem 6. Lebensmonat mit Grunderkrankungen (Atemwege, Herz-Kreislauf-System, Niere, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Krankheiten des Abwehrsystems, des Blutes; Multiple Sklerose Abwehrsystem, Blut), Personen mit häufigem Publikumsverkehr, in medizinischen und pflegerischen Bereichen sowie mit Kontakt zu gefährdeten Patienten im engeren persönlichen Bereich.

Die Impfung gegen Hepatitis A

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Impfvorsorge gegen Hepatitis A informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Hepatitis A und ihre Behandlung

Die infektiöse Leberentzündung (Hepatitis A) ist eine Virusinfektion, deren Übertragung vorwiegend durch Aufnahme mit Wasser oder Nahrungsmitteln erfolgt. Selten wird die Hepatitis A auch durch virushaltige, aus Blut hergestellte Produkte oder durch Kontakt mit Fäkalien auf andere Weise übertragen. Die Hepatitis A tritt vorwiegend in Regionen mit geringen Hygiene-Standards auf, vor allem auch in den Tropen und Subtropen. Von
dort wird der weitaus größte Teil der in Deutschland auftretenden Hepatitis A-Fälle erworben. Wenn die Erreger nach der Rückkehr auf die einheimische Bevölkerung übertragen werden, kann es bei uns zu Hepatitis A-Ausbrüchen kommen. Im Kindesalter erkranken nur wenige der Infizierten, während der Anteil jenseits des 30. Lebensjahr auf mehr als 80% ansteigt.

Nach Aufnahme mit der Nahrung vermehren sich die Viren zunächst im Mund-Rachenraum und den Speicheldrüsen. Sie dringen in die Blutbahn ein und infizieren Leberzellen. Diese werden wie es scheint vor allem durch die Abwehrreaktion und weniger durch die direkte Wirkung der Viren geschädigt. Die Hepatitis A beginnt mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Fieber, Appetitlosigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch und in den Gelenken. Bei einem Teil der Patienten können nach einem mehrtägigen Intervall der Besserung Gelbsucht, Dunkelfärbung des Urins und Entfärbung des Stuhls und erneute Allgemeinsymptomatik auftreten. Bei komplikationslosem Verlauf klingen die Symptome nach 2 bis 6 Wochen wieder ab und die Erkrankung heilt folgenlos aus. Die wichtigste Komplikation der Hepatitis A ist ein akutes Leberversagen, dessen Häufigkeit mit dem Alter zunimmt und jenseits des 40. Lebensjahres bei 2-3% liegt. Eine ursächliche Therapie der Hepatitis A ist nicht möglich.

Die Impfung

Der Hepatitis A-Impfstoff enthält abgetötete (inaktivierte) Hepatitis A-Viren. Die Impfung wird in die Muskulatur injiziert. Etwa 2 Wochen nach einer Impfdosis tritt der Impfschutz ein und hält für mindestens 1 Jahr an. Nach 6 bis 12 Monaten sollte eine weitere Impfdosis verabreicht werden. Danach besteht ein Impfschutz von mindestens 10 Jahren. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es bei etwa 4 % der Impflinge innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend, an der ImpfsteIle zu Rötung u. Schwellung oder Schmerzen (häufigstes Symptom) kommen. Allgemeinsymptome wie beispielsweise Ieichte bis mäßige Temperaturerhöhung, Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen oder Müdigkeit sowie Leibschmerzen und Störungen des Magen-Darm-Traktes kommen ebenfalls häufig (1-10%) vor. Eine Erhöhung der Leberenzymwerte wird vereinzelt (unter 1 zu 10.000) in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung beobachtet. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab. Selten werden allergische Hautreaktionen (Juckreiz, Hautrötung) und sehr seIten eine fleckförmige Hautrötung nach der Impfung beobachtet.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Impfung dient in erster Linie dem individuellen Schutz vor einer Infektion bei Reisen und besonderer Gefährdung. Mehr als 95% der Geimpften entwickeln einen Schutz gegen Hepatitis A. Daneben wird die Impfung auch bei Ausbrüchen von Hepatitis A eingesetzt. Durch die rechtzeitige Impfung von Kontaktpersonen kann eine Ansteckung mit Hepatitis A und ein Ausbruch der Erkrankung verhindert werden.

Wer geimpft werden sollte

Die deutsche Experten-Kommission für Impfungen (STIKO) empfiehlt die Hepatitis A-Impfung allen Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko. Dazu zählen Reisende in tropische und subtropische Regionen, Kontaktpersonen zu an Hepatitis A Erkrankten (Riegelungsimpfung) vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen und Schulen,
Personal im Gesundheits- und Wohlfahrtsdienst, Bewohner in Fürsorgeeinrichtungen, Kanalisations- und Klärarbeiter, homosexuell aktive Männer, Personen mit Erkrankungen der Blutgerinnung, Personen mit chronischen Lebererkrankungen.

Die Impfung gegen Hepatitis B

ine Information Ihrer Arztpraxis und des Forum Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Impfvorsorge gegen Hepatitis B informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Hepatitis B und ihre Behandlung

Die infektiöse Leberentzündung (Hepatitis B) ist eine Virusinfektion, deren Übertragung vorwiegend durch Blut und Körperflüssigkeiten (z.B. gemeinsamer Gebrauch von Kanülen/Spritzen bei Drogenmissbrauch, Übertragung von infizierten Müttern auf das ungeborene Kind, Geschlechtsverkehr) von akut oder chronisch infizierten Menschen erfolgt.

Nach der Aufnahme vermehren sich die Viren in den Leberzellen, wobei diese durch die Abwehrreaktion des Körpers geschädigt werden. Wenn die Abwehrreaktion des Körpers stark genug ist, werden alle befallenen Leberzellen zerstört und die Krankheit heilt aus. Bei einer zu schwachen Abwehreaktion bleibt ein Teil der infizierten Leberzellen erhalten, und die Hepatitis wird chronisch. Die Wahrscheinlichkeit des Übergangs in die chronische Form ist u.a. vom Alter abhängig. Sie beträgt beim Neugeborenen mehr als 90 %, beim Säugling 60 bis 80 %, bei Kleinkindern 30 bis 40 %, bei Schulkindern 10 % und bei Erwachsenen 5 bis 10 %. Mindestens ein Drittel der chronisch Erkrankten wurde im Kindesalter infiziert.

Die Erkrankung beginnt mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Fieber, Appetitlosigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch und in den Gelenken. Dann treten Gelbsucht, Dunkelfärbung des Urins und Entfärbung des Stuhls auf. Bei komplikationslosem Verlauf klingen die Symptome nach 2 bis 6 Wochen wieder ab und die Erkrankung heilt folgenlos aus. Der Teil der Infektionen, der chronisch verläuft , kann nach Jahren zur Schrumpfleber und zu Leberkrebs führen. Chronische Hepatitis B-Infektionen werden mit Hemmstoffen der Virusvermehrung behandelt, die jedoch nur teilweise zum Erfolg führen.

Die Impfung gegen Hepatitis B

Der Hepatitis B-Impfstoff enthält HBsAg, einen Eiweißstoff des Virus, der für die Ausbildung der Körperabwehr wichtig ist. Seit 1986 wird HBsAg biotechnologisch hergestellt. Der Impfstoff wird in den Oberarmmuskel injiziert. Der Grundschutz besteht aus drei Impfungen, die im Abstand von 4-6 Wochen bzw. 6-12 Monaten verabreicht werden. Für Säuglinge werden heute vor allem Sechsfachimpfstoffe (Tetanus/Diphtherie/Polio/Haemophilus influenzae (Hib), Keuchhusten/Hepatitis B) verwendet. Der Impfschutz setzt etwa 2 Wochen nach der 2. Impfung ein. In bestimmten Fällen ist eine Kontrolle des Impferfolgs erforderlich. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es bei 1-10 % der Impflinge innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend, an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen, gelegentlich auch verbunden mit Beteiligung der zugehörigen Lymphknoten. Allgemeinsymptome wie beispielsweise leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen oder Müdigkeit sind selten. Eine Erhöhung der Leberenzymwerte wird vereinzelt (unter 1 auf 10.000) in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung beobachtet. In der Regel sind diese Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Komplikationen: In Einzelfällen wird über allergische Reaktionen (Gefäße, Haut), oder schockartige Zustände (niedriger Blutdruck) nach Hepatitis-B-Impfung berichtet.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Hepatitis B stellt die wichtigste Virusinfektion in Deutschland dar mit jährlich 50.000 Neuerkrankungen und etwa 1.000 direkt oder indirekt verursachten Todesfällen. Die Impfung ist die wichtigste individuelle Maßnahme zum Schutz vor der Hepatitis B-Infektion. Durch eine Impfstrategie mit Impfung aller Kinder und Jugendlichen, der Vorsorge bei Neugeborenen infizierter Mütter und Impfung von Risikopersonen wird angestrebt, in den nächsten

Jahrzehnten über 90 % der Bevölkerung zu impfen und damit die Hepatitis B möglichst auszurotten.

Wer geimpft werden sollte

Die Hepatitis B-Impfung ist allgemein empfohlen für Säuglinge bzw. Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Weiterhin wird die Impfung besonders Personen mit erhöhtem Hepatitis B-Risiko empfohlen, u.a. Personen in der Gesundheits- und Wohlfahrtspflege, Patienten mit chronischen Erkrankungen der Leber, des Bluts, des Immunsystems, Personen mit chronisch infizierten Familienangehörigen, Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, Drogenabhängigen, Strafgefangenen, Personen in Gemeinschaftseinrichtungen und Reisenden in Regionen mit großer Hepatitis B-Häufigkeit. Neugeborene chronisch infizierter Mütter werden sofort nach der Geburt geimpft.

Die Impfung gegen HPV

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Die Impfung gegen Keuchhusten

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Impfvorsorge gegen Keuchhusten informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Der Keuchhusten und seine Behandlung

Der Keuchhusten ist eine bakterielle Infektion, die direkt von Mensch zu Mensch durch ausgehustete Tröpfchen übertragen wird. Erwachsene sind häufig die Infektionsquelle für nicht oder unzureichend geimpfte Säuglinge, die dann sehr schwer erkranken.

Nach heutiger Erkenntnis haften die Pertussis-Bakterien nach der Infektion an Atemwegszellen und scheiden ein Toxin (Giftstoff) ab, das zahlreiche biologische Wirkungen hervorruft. Typisch und namensgebend für die Erkrankung sind heftige Hustenanfälle mit Serien von Hustenstößen, welche durch ein pfeifendes Ziehen beim Einatmen unterbrochen werden und mit einem mühevollen Herauswürgen von zähem Schleim enden.

Der Verlauf des Keuchhustens kann abhängig vom Alter sehr unterschiedlich sein. Junge Säuglinge zeigen nicht die typischen Hustenanfälle, sondern sind durch zu lebensbedrohende Atemstillstände gefährdet. Erwachsene erkranken meist mit einem langwierigen, uncharakteristischen und quälenden Husten, der oft nicht als Keuchhusten erkannt wird. Die häufigsten Komplikationen sind Lungenentzündungen, Mittelohr-Entzündungen und Infektionen mit anderen Bakterien oder Krampfanfälle. Verlauf und Komplikationen können durch eine frühzeitige Antibiotika-Therapie verkürzt bzw. reduziert werden, wobei die Wirksamkeit begrenzt ist .

Die Impfung

Der Impfstoff enthält Komponenten der Keuchhusten-Bakterien (sog. azellulärer Impfstoff) um wird in die Muskulatur injiziert. Säuglinge ab dem 2. vollendeten Lebensmonat sowie Kinder werden zur Grundimmunisierung viermal, Jugendliche (14. - 18. Lebensjahr) zweimal, Erwachsene einmal geimpft. Die Grundimmunisierung bei Säuglingen und Kleinkindern erfolgt meist mit einem Sechsfach-Impfstoff. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es innerhalb von 1-3 Tagen nach der Impfung, selten auch länger anhaltend, an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen, gelegentlich auch verbunden mit Beteiligung der zugehörigen Lymphknoten. Gelegentlich kann es ebenfalls innerhalb von 1-3 Tagen (selten länger anhaltend) auch zu Allgemeinsymptomen wie leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, grippeähnliche Symptomatik (Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Kreislaufbeschwerden) oder Magen-Darm- Beschwerden (Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) kommen. Auch länger anhaltendes schrilles Schreien wurde bei Säuglingen und jungen Kleinkindern beobachtet. Erwachsene vermerken gelegentlich muskelkaterähnliche Beschwerden und eine später einsetzende Muskelschwellung, beides bildet sich spontan zurück. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Im Zusammenhang mit einer Fieberreaktion kann es beim Säugling und jungen Kleinkind selten einmal auch zu einem Fieberkrampf (in der Regel ohne Folgen) kommen. Allergische Reaktionen treten sehr selten auf. Einzelfälle von kurzzeitigem schockähnlichem Zustand mit reduzierter Muskelspannung und Nichtansprechbarkeit, der sich schnell und folgenlos zurückbildet, werden in der medizinischen Fachliteratur beschrieben.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Der Keuchhusten gehört zu den häufigsten sowie gefährlichsten Infektionskrankheiten und führt im frühen Säuglingsalter zu sehr schweren, lebensbedrohenden Krankheitsverläufen. Die Impfung ermöglicht eine wirksame Vorsorge und einen Schutz sowohl für den Einzelnen als auch die Umgebung.

Wer geimpft werden sollte

Die Keuchhusten-Impfung wird allen Säuglingen empfohlen. Ein besonderes Übertragungsrisiko besteht für Personal in der Pädiatrie, der Infektionsmedizin sowie in Gemeinschaftseinrichtungen für Vorschulalter und Kinderheimen. Für diese Personen werden entsprechende Impfungen ggf. zusammen mit Tetanus und Diphtherie empfohlen. Frauen mit Kinderwunsch ohne Impfung und bestätigte Erkrankung in den letzten 10 Jahren sollten möglichst vor der Schwangerschaft geimpft werden (wenn nicht möglich in den ersten Tagen nach der Geburt). Ebenso wird die Impfung für Personen mit erwartetem engem Kontakt zu einem Neugeborenen (Vater, Geschwister, Tagesmütter, Großeltern usw.) bis spätestens 4 Wochen vor der Geburt empfohlen, wenn diese nicht geimpft sind bzw. keine Erkrankung in den letzten 10 Jahren bestätigt ist.

Die Impfung gegen Kinderlähmung (Polio)

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Impfvorsorge gegen die Kinderlähmung informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Kinderlähmung und ihre Behandlung

Die Kinderlähmung (Polio) ist eine durch Viren (Polio-Viren) verursachte Infektionskrankheit. Es gibt drei verschiedene Typen des Polio-Virus. Diese waren früher weltweit verbreitet, wurden jedoch durch Impfkampagnen weitgehend ausgerottet und kommen heute nur noch in Teilen Afrikas und Asiens vor.

Einziger natürlicher Wirt der Polio-Viren ist der Mensch. Die Übertragung erfolgt durch Aufnahme von Polio-Viren mit infizierter Nahrung, Wasser oder über verunreinigte Hände bei schlechter persönlicher Hygiene. Nach der Übertragung vermehrt sich das Virus in verschiedenen Körperzellen und infiziert dann über den Blutweg Zellen des Rückenmarks. Dabei werden Nervenzellen zerstört, die für die Bewegung der Muskeln verantwortlich sind.

Nur ein kleiner Teil der Infizierten (unter 5%) erkrankt. Die Erkrankung beginnt häufig mit einem Grippe-ähnlichen Krankheitsbild, an das sich nach einigen Tagen Muskelschmerzen, Lähmungen einzelner oder mehrerer Muskeln der Arme sowie Beine anschließen. Auch die Symptome einer Hirnhaut- bzw. Gehirnentzündung werden beobachtet. Sind Nerven des Gesichts beteiligt, können Schluck- und Sprachstörungen auftreten. Durch die Lähmung von Atemmuskeln kommt es zur Atemlähmung und zum Tod. Die betroffenen Muskeln bleiben gelähmt. Eine ursächliche Therapie der Kinderlähmung gibt es nicht.

Die Impfung

Der Impfstoff gegen Kinderlähmung enthält alle 3 verschiedenen Polioviren in abgetöteter (inaktivierter) Form. Der Impfstoff (1 ml) wird in die Muskulatur injiziert. Die Impfung kann ab dem vollendeten 2. Lebensmonat verabreicht

werden. Ein Impfschutz wird je nach Präparat mit 2 Impfdosen (2. Dosis 4- 8 Wochen nach der 1.Dosis) bzw. 3 Dosen (1.Dosis, nach 4-8 Wochen die 2. Dosis, nach 6-12 Monaten die 3. Dosis) erreicht. Für Säuglinge und Kleinkinder stehen Sechsfachimpfstoffe und für die Auffrischung Dreifach- bzw. Vierfachimpfstoffe zur Verfügung. Zeitabstände zu anderen Impfungen sind nicht notwendig. Der Impfschutz hält vermutlich mehr als 10 Jahren an. Beiweiter bestehendem Infektionsrisiko sollte die Impfung alle 10 Jahre aufgefrischt werden. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es selten einmal innerhalb von 1-3 Tagen nach der Impfung an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen. Auch Allgemeinsymptome wie leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, grippeähnliche Symptomatik (Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, KreisIaufbeschwerden) oder Magen-Darm-Beschwerden (Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) sind nur selten zu beobachten, treten eher einmal nach der ersten Gabe des Impfstoffs und bei Kindern auf. Diese Symptome sind vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab. Nur in Einzelfällen wird über allergische Reaktionen nach Impfung mit dem inaktivierten Polio-Impfstoff berichtet.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Polio-Impfung vermittelt einen hohen Schutz für den Einzelnen. Durch geimpfte Personen wird die Übertragung von Mensch zu Mensch unterbrochen und damit die Zirkulation von Polio-Viren in der Bevölkerung deutlich reduziert. Die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung wird in den nächsten Jahren erwartet. Bis dahin ist die Impfung die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor Infektionen nach einer möglichen Einschleppung aus Ländern, in denen die Erreger noch vorkommen.

Wer geimpft werden sollte

Die Impfung gegen Kinderlähmung ist eine allgemein empfohlene Impfung. Geimpft werden sollen alle Säuglinge sowie Jugendliche gemäß Impfplan und alle Erwachsenen mit fehlender oder unvollständiger Grundimmunisierung. Daneben empfiehlt die deutsche Expertenkommission eine Auffrischimpfung gegen Kinderlähmung bei Reisen in Regionen mit Infektionsrisiko (aktuelle Informationen der Weltgesundheitsorganisation - WHO - beachten), bei Aussiedlern, Flüchtlingen und Asylbewerbern, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, bei der Einreise aus Gebieten mit Polio-Risiko, für Personal der genannten Einrichtungen, medizinisches Personal, das engen Kontakt zu Erkrankten haben kann und Personal in Laboratorien mit Polio-Risiko.

Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR)

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Impfvorsorge gegen Masern, Mumps und Röteln informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Erkrankungen und ihre Behandlung

Masern sind eine weltweit verbreitete Virus-Infektion mit hoher Ansteckungsgefahr. Das Masernvirus kommt ausschließlich im Menschen vor und wird durch Sekret-Tröpfchen bei engen Kontakten übertragen. Nach der Vermehrung an der Eintrittsstelle, dem Nasen-Rachen-Raum und der Bindehaut, werden die lokalen Lymphknoten befallen und dann der ganze Organismus besiedelt. Die Masern beginnen mit einem 2 bis 3-tägigen unspezifischen Vorstadium (Schnupfen, Augenschmerzen, Lichtscheu, Müdigkeit). Dann tritt Fieber auf und der typische fleckige Hautausschlag breitet sich innerhalb der nächsten 2 bis 3 Tage vom Kopf über den Rumpf auf Arme und Beine aus. Der Ausschlag blasst nach 3 bis 4 Tagen ab. Durch die Virusinfektion kommt es zu einer Verminderung der Immunabwehr und damit verbunden zur Infektion mit anderen viralen sowie mit bakteriellen Erregern. Dies kann zu Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen führen. Als Komplikation gefürchtet ist die Gehirnentzündung, die bei Jugendlichen sowie Erwachsenen häufiger auftritt und eine besondere Gefahr für Patienten mit einer Immunschwäche darstellt. Sie verläuft oft tödlich oder verursacht bleibende Gehirnschäden. In Deutschland werden knapp 10 Todesfälle durch Masern pro Jahr gemeldet. Die Masern-Infektion hinterlässt einen lang dauernden, wahrscheinlich lebenslangen Schutz vor einer Wiederinfektion. Eine ursächliche Behandlung der Masern-Infektion ist nicht möglich.

Mumps ist eine weltweit verbreitete Virus-Infektion. Das Mumpsvirus kommt ausschließlich im Menschen vor und wird durch Sekrettröpfchen, direkten Kontakt oder mit Virus verunreinigte Gegenstände übertragen. Die Erreger vermehren sich in den Speicheldrüsen und in den Atemwegen, befallen dann die lokalen Lymphknoten und breiten sich im ganzen Organismus aus. Nach einem 2 bis 3-tägigen unspezifischen Vorstadium mit Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Unwohlsein tritt Fieber auf. Die Ohrspeicheldrüsen schwellen an und schmerzen. Die Erkrankung dauert einige Tage und die Symptome verschwinden dann wieder. Als Komplikationen der Mumpsinfektion können eine Hirnhaut-/Gehirnentzündung, eine Bauchspeicheldrüsen- Entzündung, bei Jugendlichen und Erwachsenen auch eine Hodenentzündung bzw. eine Entzündung der Brustdrüsen und der Eierstöcke auftreten. Die Mumps-Infektion hinterlässt einen wahrscheinlich lebenslangen Schutz. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht.

Röteln sind eine durch ein Virus hervorgerufene Infektionskrankheit. Der Erreger ist weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion mit Sekreten aus dem Nasen-Rachen-Raum bei engen Kontakten mit Infizierten oder Erkrankten. Da ca. 50 % der Infektionen ohne Krankheitszeichen verlaufen, besteht eine hohe Gefahr der Übertragung durch unbekannte Infektionsquellen. Die Viren vermehren sich an der Eintrittsstelle, dringen dann in die örtlichen Lymphknoten ein und verbreiten sich im Organismus. Ein Großteil der Rötelninfektionen verläuft ohne oder mit nur geringen Symptomen, die grippeähnlich sein können. Der typische kleinfleckige Ausschlag beginnt hinter den Ohren und breitet sich über den gesamten Körper aus mit einer charakteristischen Schwellung der Lymphknoten im Nacken, am Hinterkopf und hinter den Ohren. Bei Kindern bleiben die Röteln im Allgemeinen komplikationslos. Bei Schwangeren in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten können Röteln-Viren das ungeborene Kind über die Gebärmutter infizieren und Missbildungen an Auge, Innenohr und Herz auslösen. Auch Erkrankungen in den späteren Schwangerschaftsmonaten können zu schweren Schäden wie z.B. Herzfehler führen. Eine ursächliche Therapie der Röteln ist nicht möglich.

Die Impfung

Der Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfstoff) ist ein Lebendimpfstoff. Er enthält lebende, allerdings abgeschwächte Viren und wird unter die Haut oder in die Muskulatur, bevorzugt am Oberarm geimpft. Je nach Impfalter werden werden 2 Dosen mit einem Mindestabstand von 4 Wochen oder eine Dosis verabreicht. Der volle Impfschutz setzt etwa

4 Wochen nach der Impfung ein und hält vermutlich mehr als 20 Jahre an. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit einem Impfstoff kann es innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend, bei bis zu 5 % der Impflinge an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen; gelegentlich auch verbunden mit einer Schwellung der zugehörigen Lymphknoten sowie Allgemeinsymptomen wie leichter bis mäßiger Temperaturerhöhung (5-15%), Kopfschmerzen, Mattigkeit, UnwohIsein oder Magen-Darm-Erscheinungen. Im Abstand von 1-4 Wochen nach der Impfung können bei etwa 2 % der Impflinge Symptome im Sinne einer leichten "Impfkrankheit" auftreten: Fieber verbunden mit einem schwachen masernähnlichen Ausschlag. Auch eine leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse wird gelegentlich beobachtet. Von Jugendlichen und Erwachsenen (sehr selten bei Kindem) sind vorübergehende Gelenkbeschwerden (Arthralgie) berichtet worden. Selten werden eine vorübergehende leichte Hodenschwellung oder eine ebenfalls leichte und vorübergehende Reaktion der Bauchspeicheldrüse (Enzymanstieg) beobachtet. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Im Zusammenhang mit einer Fieberreaktion kann es beim Säugling und jungen Kleinkind selten einmal auch zu einem Fieberkrampf (in der Regel ohne Folgen) kommen. Allergische Reaktionen (meist auf im Impfstoff enthaltene Begleitstoffe wie Gelatine oder Antibiotika) sind sehr seIten; über allergische Sofortreaktionen (anaphylaktischer Schock) wurde nur in Einzelfällen berichtet. Sehr selten werden bei Jugendlichen und Erwachsenen nach der Impfung länger anhaltende Gelenkentzündungen (Arthritiden) beobachtet. Auch über Hautblutungen bei verminderter BlutpIättchenzahI (thrombozytopenische Purpura) wurde nur in Einzelfällen berichtet, rasches und folgenloses Abklingen ist die Regel, schwerere Verläufe wurden in Einzelfällen berichtet. Sehr seIten werden bei Jugendlichen und Erwachsenen länger anhaltende Gelenkentzündungen (Arthritiden) beobachtet. Bei den in Deutschland zugelassenen Mumps-Impfstoffen wurden Berichte über eine Hirnhautentzündung (Meningitis) bisher nicht veröffentlicht.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln führt bei mehr als 90% der Geimpften zu einem Schutz. Für Europa

hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ziel gesetzt, durch Impfprogramme die Viruszirkulation in der Bevölkerung zu unterbrechen. Dadurch sollen die Masern eliminiert, die Zahl der Mumpserkrankungen auf eine pro 100.000 Einwohner und der Röteln bei ungeschützten Schwangeren auf 1 Erkrankung pro 100.000 Geburten verringert werden. Dies setzt voraus, dass mehr als 95 % der Menschen geimpft sind.

Wer geimpft werden sollte

Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln ist eine allgemein empfohlene Vorsorgemaßnahme im Kleinkindesalter. Darüber hinaus wird die Impfung Frauen mit Kinderwunsch angeraten, die nicht gegen Röteln geschützt sind, sowie allen ungeimpften Personen, die in Einrichtungen der Kinderheilkunde, der Geburtshilfe, der Schwangerenbetreuung, der Krebsbehandlung, der Betreuung von immungeschwächten Patienten sowie in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter sowie in Kinderheimen u.ä. tätig sind. Nähere Informationen dazu erhalten Sie in Ihrer Arztpraxis.

Nach dem Kontakt von gefährdeten Personen (ungeimpfte oder nur einmal geimpfte Kinder und Jugendliche, andere gefährdete Personen in Gemeinschaftseinrichtungen) mit Erkrankten schützt die Impfung auch dann noch, wenn der Impfstoff innerhalb von 3 Tagen nach der möglichen Ansteckung verabreicht wird.

Die Impfung gegen Meningokokken

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Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Impfvorsorge gegen Meningokokken informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Infektion mit Meningokokken und ihre Behandlung

Meningokokken sind Bakterien, die in verschiedene Gruppen (u.a. A, B, C, W135) eingeteilt werden. In Deutschland tritt überwiegend die Gruppe B auf. Die Erreger kommen natürlich im Nasen-Rachen-Raum vor. Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt mit Bakterienträgern. Die Bakterien können sich mit dem Blut im Körper ausbreiten und zu Hirnhautentzündungen, zu Blutungen, zur allgemeinen Blutvergiftung des Körpers oder zu Infektionen weiterer Organe führen. Etwa 10 % der Patienten mit schweren Verläufen sterben, oft innerhalb kurzer Zeit. Meningokokken-Infektionen werden mit Antibiotika behandelt. Allerdings verläuft die Erkrankung manchmal so schnell, dass eine Therapie zu spät kommt bzw. die Erreger nicht auf das Antibiotikum reagieren.

Die Impfung

Für die Impfung gegen Meningokokken gibt es verschiedene Impfstoffe, solche mit gereinigten Kapselbestandteilen mehrerer Typen und Einfach-Impfstoffe mit dem Typ C, die vor allem für Säuglinge und unter besonderen Bedingungen für Erwachsene vorgesehen sind. Der zu verwendende Impfstoff und das genaue Vorgehen bei der Impfung sind u. a. vom Alter abhängig. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kommt es häufig innerhalb von 1-3 Tagen nach der Impfung, selten länger anhaltend, an der Impfstelle zu Rötung, Druckempfindlichkeit oder Schwellung. Schwerere Reaktionen an der Impfstelle sind selten. Ebenfalls innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend, kann es auch zu Allgemeinsymptomen wie Temperaturerhöhung bis zu 38°C (selten bis 39,5 °C) sowie Reizbarkeit, Schläfrigkeit, unruhiger Schlaf oder Magen-Darm-Beschwerden (Erbrechen, Durchfall) kommen. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Allergische Reaktionen (Nesselsucht, Serumkrankheit) sind selten. Über Schockreaktionen wurde in Einzelfällen berichtet. In Einzelfällen kann es auch im Zusammenhang mit einer Temperaturerhöhung beim Säugling und jungen Kleinkind zu einem Fieberkrampf (in der Regel ohne Folgen) oder zu einer akuten Schocksymptomatik kommen.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Impfung gegen Meningokokken wird wegen der Häufigkeit einer Infektion im Kindesalter und hoher Sterblichkeit für einen individuellen Schutz gegen Meningokokken-Infektionen bei erhöhtem Infektionsrisiko verabreicht. In Deutschland ist eine allgemeine Impfung nicht sinnvoll, da es bisher keinen Impfstoff gegen den am häufigsten vorkommenden Typ B gibt. Dagegen kann die Impfung für spezielle Risikogruppen, bei besonderen Situationen vor Reisen in bestimmte Länder und bei gehäuftem Auftreten eines im Impfstoff enthaltenen Typs von den Gesundheitsbehörden empfohlen werden.

Wer geimpft werden sollte

Die deutsche Experten-Kommission für Impfungen (STIKO) empfiehlt die Meningokokken-Impfung für Personen mit erhöhtem Infektions-Risiko bei Erkrankungen der körpereigenen Abwehr (Immundefekte, Personen ohne Milz), beruflich gefährdeten Personen, Reisenden mit engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung in Ländern mit erhöhtem Infektionsrisiko, islamischen Pilgerreisenden (Vierfach-Impfstoff als Pflichtimpfung für Hadj!), Schülern/Studenten vor Langzeit-Aufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder Impfung für Schüler/Studenten sowie für Personen in Regionen mit gehäuftem Auftreten oder einem Ausbruch von Meningokokken-Erkrankungen auf Empfehlung der Gesundheitsbehörden.

Die Impfung gegen Pneumokokken

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Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Impfvorsorge gegen Pneumokokken informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Pneumokokken-Infektionen und ihre Behandlung

Pneumokokken sind Bakterien mit über mehr als 90 verschiedenen Kapseltypen. Sie besiedeln den Nasen-Rachenraum von 40 bis 50% der Kinder und 20 bis 30% der Erwachsenen. Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch Tröpfcheninfektion bei engen persönlichen Kontakten. Für das Auftreten einer Infektion sind verschiedene Faktoren (Alter, Defekte der Abwehr, nicht funktionierende oder fehlende Milz u.a.) verantwortlich. Pneumokokken können im Prinzip jedes Organ infizieren. Insbesondere lokale Infektionen (Mittelohr-, Nasennebenhöhlen-, Augenbindehaut-, Gelenks-Entzündung) und Allgemeininfektionen (Blutvergiftung, Hirnhautentzündung, Lungenentzündung) sind von großer Bedeutung.

Pneumokokken stellen mittlerweile die häufigste Ursache kindlicher bakterieller Hirnhautentzündungen dar. Sie werden bei einem großen Teil der kindlichen Mittelohrentzündungen nachgewiesen und sind die häufigste Ursache der außerhalb des Krankenhauses erworbenen Lungenentzündung sowie von Blutvergiftungen im höheren Erwachsenenalter.

Infektionen mit Pneumokokken können mit Antibiotika therapiert werden. Allerdings verlaufen die Infektionen manchmal so schnell, dass die Therapie zu spät kommt. Weiterhin sind in verschiedenen Teilen der Welt die üblicherweise verwendeten Antibiotika nicht mehr ausreichend wirksam, so dass es zunehmend zu Problemen in der Therapie dieser Infektionen kommen kann.

Die Impfung

Der Impfstoff besteht aus gereinigten Kapselanteilen der 23 häufigsten Pneumokokken-Typen. Diese Typen sind für mehr als 90% aller Pneumokokken-Infektionen verantwortlich. Er wird in die Muskulatur oder unter die Haut injiziert. Der Impfschutz beginnt in der Regel 3 Wochen nach der Impfung. Eine Wiederimpfung wird nach 6 Jahren (3 Jahren bei Kindern unter 10 Jahren) empfohlen. Für Kinder unter 2 Jahren steht ein spezieller Impfstoff zur Verfügung. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.Beim Impfstoff für Personen über 2 Jahren kommt es häufig innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger andauernd, als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff an der Impfstelle zu leichten Schmerzen, Rötung und Schwellung, gelegentlich auch zur Schwellung der zugehörigen Lymphknoten und selten zu lokalen Verhärtungen. Selten sind nach der Impfung Allgemeinsymptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Selten treten Überempfindlichkeitsreaktionen (Urtikaria - Nesselsucht, Serumkrankheit) auf; über allergische Sofortreaktionen (anaphylaktischer Schock) wurde in Einzelfällen berichtet. Sehr selten kommt es zu einer vorübergehenden Verminderung der für die Gerinnungsfunktion des Blutes bedeutsamen Blutplättchen.Beim Impfstoff für Kinder unter 2 Jahren kommt es bei etwa 10 % der Impflinge innerhalb von 2-3 Tagen nach der Impfung, selten länger anhaltend, als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung, gelegentlich auch verbunden mit einer tastbaren Verhärtung und einer Druckempfindlichkeit, welche die Bewegung stört. Ebenfalls innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend, kann es auch zu Allgemeinsymptomen wie Fieber von 39 °C und höher, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, unruhiger Schlaf oder Magen- Darm-Beschwerden (Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall) kommen.

Allergische Reaktionen (Urtikaria - Nesselsucht) können gelegentlich auftreten. In Einzelfällen kann es im Zusammenhang mit einer Temperaturerhöhung beim Säugling und jungen Kleinkind zu einem Fieberkrampf (in der Regel ohne Folgen) kommen. Einzelfälle von hypoton-hyporesponsiven Episoden (kurzzeitiger schockähnlicher Zustand mit reduziertem Muskeltonus und Nichtansprechbarkeit, bildet sich schnell und folgenlos zurück) wurden ebenfalls beobachtet.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Schätzungsweise 10.000 bis 15.000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an diesen Infektionen. Die Pneumokken-Impfung bietet besonders gefährdeten Personen (Grunderkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege, des Stoffwechsels u.a.) einen Schutz von 60 bis 80%. Die Impfung stellt die wichtigste Maßnahme zum individuellen Schutz vor Pneumokokken-Infektionen dar.

Wer geimpft werden sollte

Die deutsche Impfexperten-Kommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Pneumokokken allen Personen über 60 Jahre und allen Säuglingen, Kindern und Erwachsenen jeglichen Alters mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit. Ob sie zu einer dieser Risikogruppen gehören, der die Impfung gegen Pneumokokken empfohlen wird, besprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.

Die Impfung gegen Tollwut

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Impfvorsorge gegen Tollwut informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Tollwut und ihre Behandlung

Die Tollwut ist eine Gehirnentzündung, die durch das Tollwutvirus verursacht wird. Der Erreger wird durch infizierte Wildtiere (vor allem Füchse, Wölfe, Waschbären, Fledermäuse) oder Haustiere und durch Impfstoffköder für Wildtiere übertragen. Die infizierten Tiere scheiden das Virus mit dem Speichel aus und übertragen es durch den Biss. Vereinzelt wurde auch eine Übertragung durch Tröpfcheninfektion (Höhlen mit Fledermäusen, Laborinfektionen) beschrieben.

Die Tollwut ist weltweit verbreitet. Sie kommt in den industrialisierten Ländern in Wildtieren vor. In tropischen Ländern erfolgt die Übertragung in erster Linie durch verwilderte streunende Haustiere, besonders Hunde. In Deutschland tritt die Tollwut aktuell nur in Einzelfällen als aus Tropenländern eingeschleppte Reise-Krankheit auf.

Der Zeitraum zwischen Biss und Krankheitsausbruch ist sehr variabel und kann mehrere Monate betragen. In dieser Zeit wandert das Virus nach einer Vermehrung in Muskel- und Nervenzellen an der Bissstelle über Nerven ins Rückenmark und Gehirn. Hier erfolgt die weitere Vermehrung und Verbreitung. Die Krankheit beginnt mit Gefühlsstörungen an der Bissstelle, Kopfschmerz, Erbrechen und Fieber. Dann treten Lichtscheu, Unruhe, Reizbarkeit, Muskelkrämpfe, generalisierte Krämpfe oder Krämpfe der Atem- und Schluckmuskulatur auf. Ein Teil der Patienten entwickelt Lähmungen und Bewusstlosigkeit. Die Tollwut endet nach 5 bis 15 Tagen immer tödlich. Eine spezielle Therapie gibt es nicht. Nach einer Bissverletzung gibt es nur die Möglichkeit, die Krankheit durch Verabreichung von Impfstoff und Serum, das Antikörper gegen das Tollwutvirus enthält, zu verhindern.

Die Impfung

Der Impfstoff enthält inaktiviertes (abgetötetes) Tollwutvirus. Das Virus wird in Zellkulturen gezüchtet und gereinigt. In tropischen Ländern werden häufig noch ältere Impfstoff-Typen aus Tiermaterial verwendet. Diese Impfstoffe weisen eine hohe Nebenwirkungsrate und eine nicht immer gesicherte Wirksamkeit auf. Zur Vorsorge vor einer Bissverletzungen werden drei Dosen (Tag 0, 7, 28) verabreicht. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es häufig (1-10%) innerhalb von 1-3 Tagen nach der Impfung, selten länger anhaltend, an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen, gelegentlich auch verbunden mit Beteiligung der zugehörigen Lymphknoten. Ebenfalls innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend, kann es auch zu Allgemeinsymptomen wie leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, grippeähnliche Symptomatik (Frösteln, Kopf und Gliederschmerzen, Müdigkeit, KreisIaufbeschwerden) oder Magen- Darm- Beschwerden (Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) kommen. Auch über Gelenkbeschwerden wird berichtet. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen, rasch und folgenlos wieder ab.

Selten sind Reaktionen im Sinne einer Serumkrankheit, eher nach Auffrischimpfung. Allergische Reaktionen (meist auf im Impfstoff enthaltene Begleitstoffe wie Gelatine oder Antibiotika) sind sehr selten. Einzelfälle von allergischen Sofortreaktionen (anaphylaktischer Schock) wurden in der medizinischen Fachliteratur berichtet.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Tollwut-Impfung ist die einzige Möglichkeit für einen sicheren Schutz vor dieser immer tödlich verlaufenden Infektionskrankheit. Nach einem Tierbiss oder einem Kontakt der verletzten Haut mit einem Impstoffköder stellt sie in Kombination mit einem Serum die einzige Möglichkeit dar, den Ausbruch der Krankheit zu verhindern.

Wer geimpft werden sollte

Die Tollwut-Impfung wird Personen empfohlen, die einen engen Kontakt zu Wildtieren (auch Fledermäusen) haben oder mit Impfstoffködern in Kontakt kommen können und damit ein erhöhtes Risiko einer Infektion haben. Nach bereits erfolgten Tierbissen mit dem Risiko einer Tollwut-Übertragung muss die Impfung gemeinsam mit einem Serum verabreicht werden. Zunehmend wird sie auch bei Reisen in die Tropen empfohlen, wenn auf der Reise keine Möglichkeit einer ärztlichen Versorgung mit geeigneten Impfstoffen besteht.

Die Impfung gegen Typhus

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über den Typhus sowie die Impfvorsorge gegen diese Infektionskrankheit informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Typhus und seine Behandlung

Der Typhus ist eine bakterielle Infektion, welche durch die Erreger Salmonella Typhi und Paratyphi hervorgerufen wird. Er kommt weltweit vor und wird durch bakterienhaltige Speisen, Getränke, oder bei ungenügender Hygiene auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Die Bakterien gelangen in den Darm und bei Aufnahme einer ausreichend großen Zahl kommt es zur Erkrankung. Die Bakterien durchdringen die Darmschleimhaut, vermehren sich und werden auf dem Blutweg im Körper verbreitet. Nach erneuter Vermehrung gelangen sie auch in den Kot sowie den Urin, werden ausgeschieden und können so zu neuen Infektionen führen. Bei der Typhus-Erkrankung handelt es sich also um eine Allgemeininfektion, die ca. 1 bis 3 Wochen nach der Übertragung beginnt und zu Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden sowie Beeinträchtigungen des Wachzustands führt. Als Komplikationen können Herzmuskelentzündungen, Lungenentzündungen, Darmblutungen, Hirnabszesse, Bauchfellentzündungen, schwere Blutvergiftungen mit nachfolgendem Organversagen und andere auftreten. Unbehandelt versterben bis zu 20% der Erkrankten.

Der Typhus kann mit Antibiotika therapiert werden. Allerdings wird aufgrund der anfangs unklaren Symptome die Diagnose häufig erst spät gestellt. Außerdem werden Antibiotika weltweit zunehmend unwirksam.

Die Impfung

Für die Impfung gegen Typhus sind zwei Impfstoffe verfügbar. Ein Impfstoff aus lebenden, abgeschwächten Typhus-Erregern wird in Form von Kapseln (je eine an Tag 1, 3, 5) verabreicht. Der zweite Impfstoff besteht aus abgetöteten Bakterienbestandteilen, ist also ein Totimpfstoff und wird einmalig in den Muskel oder unter die Haut verimpft. Über die Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es bei der Schluckimpfung gelegentlich zu lokalen Magen-Darm-Beschwerden (Erbrechen, Durchfall, Schmerzen) mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfällen kommen; auch AIIgemeinsymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Frösteln, Müdigkeit und leichte bis mäßige Temperaturerhöhung werden gelegentlich beobachtet. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab. Beim Totimpfstoff werden zusätzlich häufig ( bei 1 bis 10% der Geimpften) innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend an der Impfstelle Rötungen, und Schwellungen beobachtet.

In Einzelfällen können nach Gabe beider Impfstoffe allergische Hautreaktionen (Juckreiz, Rötung) oder allergische Reaktionen der Bronchien auftreten. Über allergische Sofortreaktionen beim Totimpfstoff wurde in Einzelfällen berichtet.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Impfung gegen Typhus wird für einen individuellen Schutz gegen Typhus auf Reisen bei erhöhtem Infektionsrisiko verabreicht. Die Schutzwirkung des oralen Lebendimpfstoffs setzt 10 Tage nach Gabe der letzten Kapsel ein und hält ca. 1Jahr an. Der Totimpfstoff weist eine Schutzwirkung von 85 bis 90 % auf, die Schutzdauer beträgt 3 Jahre.

Wer geimpft werden sollte

Die deutsche Experten-Kommission für Impfungen (STIKO) empfiehlt die Typhus-Impfung Personen mit erhöhtem Infektions-Risiko bei Reisen in Gebiete mit erhöhtem Auftreten des Typhus. Meist wird die Impfung solchen Reisenden empfohlen, die sich längere Zeit in entsprechenden, insbesondere tropischen und subtropischen Ländern aufhalten oder die während ihres Aufenthalts keine individuellen Hygiene-Maßnahmen und keine Nahrungsmittelhygiene einhalten können oder wollen.

Die Impfung gegen Windpocken (Varizellen)

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Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über die Impfvorsorge gegen Windpocken informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Die Windpocken und ihre Behandlung

Die Windpocken sind eine weltweit auftretende Viruserkrankung. Alleiniges Erregerreservoir ist der Mensch. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch, aber auch über größere Entfernungen hinweg durch Tröpfcheninfektion

(daher der Name „Windpocken“). Eine Ansteckung gilt als sicher, wenn die betreffende Person länger als 1 Stunde mit einem Erkrankten in engem Kontakt war. Bei immungeschwächten Patienten reichen bereits 10 Minuten aus. Die Ansteckungsgefahr setzt bereits 1 bis 2 Tage vor den ersten Hauterscheinungen ein und endet ca. 5 Tage nach dem Auftreten der letzten Pusteln. Das Virus vermehrt sich zunächst lokal im Nasen-Rachen-Raum und gelangt dann mit dem Blut in die Haut sowie die Schleimhäute, wo es die typischen entzündlichen Hautveränderungen hervorruft.

Die Windpocken-Erkrankung beginnt 13 bis 17 Tage nach der Infektion meist mit uncharakteristischen Symptomen (Husten, Fieber, Unwohlsein, Halsschmerzen), gefolgt vom typischen Windpocken-Hautausschlag mit Flecken, Knötchen, Bläschen und Pusteln. Während bei Kindern die Windpocken meist gutartig verlaufen, können bei Erwachsenen häufiger Komplikationen wie Infektionen der geschädigten Haut mit Bakterien, Lungen-, Leber-, Gehirn-, Herzmuskel- oder Nierenentzündungen auftreten. Bei Menschen mit einer Schwäche der zellgebundenen Immunabwehr kommen schwerste Verlaufsformen der Windpocken vor. Erkrankungen von Schwangeren können in Abhängigkeit vom Schwangerschaftszeitpunkt zu schweren Schädigungen des Ungeborenen und Infektionen um den Zeitpunkt der Geburt zu schweren Schäden und zum Tod des Neugeborenen führen.

Während der akuten Erkrankung kommt es zu einer lebenslang anhaltenden Infektion von Nervenknoten der Rückenmarks-nerven, ohne dass zunächst Symptome auftreten. Bei einer Schwächung der zellgebundenen Immunabwehr werden die Viren jedoch aktiv und verursachen eine mit typischen lokalen Hautveränderungen einhergehende schmerzhafte Nervenentzündung, die sogenannte „Gürtelrose“.

Mittlerweile gibt es wirksame Medikamente gegen die Windpocken und die Gürtelrose. Diese werden in erster Linie bei Personen mit hohem Risiko für schwere Verlaufsformen (Immungeschwächte, Neugeborene, Erwachsene) verabreicht.

Die Impfung

Der Windpocken-Impfstoff enthält lebende, abgeschwächte Viren und wird bevorzugt am Oberarm unter die Haut gespritzt. Die „Impfviren“ vermehren sich im Körper und lösen dabei die Bildung von Abwehrstoffen (Antikörpern) gegen den krankmachenden, so genannten „Wildtyp“ des Virus aus. Je nach Alter werden ein oder zwei Impfdosen verabreicht. Der Impfschutz hält nach bisherigen Erkenntnissen mindestens 20 Jahre an. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kommt es an der Injektionsstelle häufig

(bei 10-20% der Impflinge), vor allem bei Erwachsenen nach der 2. Impfung, zu vorübergehender leichter Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung. Etwa 10% der Impflinge verzeichnen eine leichte bis moderate Temperaturerhöhung. Gelegentlich (bei 1-3% der Geimpften) kann es auch im Abstand von 1-4 Wochen zu Symptomen im Sinne einer „Impfkrankheit“ kommen: Fieber mit einem schwachen fleck- oder bläschenförmigen Hautauschlag. Als Komplikationen treten sehr selten allergische Reaktionen auf. Einzelfälle von allergischer Sofortreaktion (anaphylaktischer Schock), Gürtelrose und Lungenentzündung bei gesunden und immungeschwächten Impflingen wurden in der Literatur berichtet, ebenso wie über die extrem seltene Übertragung des Impfvirus auf eine (zumeist immungeschwächte) Kontaktperson.

Der Nutzen für den Einzelnen und für die Allgemeinheit

Die Windpocken-Impfung hinterlässt einen gut wirksamen Schutz für den Geimpften vor einer Infektion. Ein hoher Anteil von Geimpften in der Bevölkerung kann zu einer Unterbrechung der Übertragung in der Bevölkerung führen und trägt damit zu einem Schutz derjenigen bei, die aus irgendwelchen Gründen nicht geimpft werden können.

Wer geimpft werden sollte

Die Impfung wird folgenden Personen empfohlen: Kleinkinder im Alter von 11 bis 14 Monaten, ungeimpfte 9 bis 17 jährige Jugendliche, die vorher nicht an Windpocken erkrankt waren, Frauen mit Kinderwunsch ohne Antikörper gegen Windpocken, Patienten ohne Antikörper gegen Windpocken vor einer geplanten, das Immunsystem schwächenden Therapie oder Organtransplantation, mit Leukämie oder unter einer das Immunsystem schwächenden Therapie, mit schwerer Neurodermitis, nicht-immune Personen in engem Kontakt zu den genannten Personengruppen, ungeschütztes Personal im Gesundheitsdienst (insbesondere Pädiatrie, Onkologie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Intensivmedizin) und im Bereich der Betreuung von Immungeschwächten sowie bei Neueinstellungen in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter.

Die Impfung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus)

Eine Information Ihrer Arztpraxis und des Forums Impfende Ärzte

Mit diesem Blatt möchten wir auf dem neuesten Stand des Wissens über den Wundstarrkrampf (Tetanus) sowie die Impfvorsorge gegen diese Infektionskrankheit informieren und damit zu einer auf fundierten Tatsachen beruhenden Entscheidung über die Durchführung der Impfung beitragen.

Der Wundstarrkrampf und seine Behandlung

Der Tetanus ist eine durch den Giftstoff (Toxin) des Tetanusbakteriums verursachte Erkrankung. Die Tetanusbakterien kommen weltweit im Darm von Tieren wie Schafe, Rinder, Pferde vor. Mit dem Tierkot gelangen die Bakterien in das Erdreich. Besonders große Bakterienmengen finden sich daher in natürlich gedüngter Erde.

Der Erreger kann durch jegliche Verletzungen in den Körper eindringen und dort sein Toxin bilden. Die Giftstoffe breiten sich über die Nerven und das Rückenmark in das Gehirn aus. Dort blockieren sie Nervenzellen, wodurch Krämpfe ausgelöst werden. Die Zeit zwischen Verletzung und Beginn der Erkrankung variiert von 2 Tagen bis zu 4 Wochen. Die Erkrankung beginnt meist mit Lähmungen der Kau- und Gesichtsmuskulatur, die zu Trink-, Schluck- und Kaustörungen führen. Diese gehen dann in unterschiedlichem Maß auf die übrige Skelettmuskulatur über. In schweren Fällen ist die gesamte Muskulatur einschließlich der Atemmuskulatur (Ersticken) und der Schlundmuskulatur (Verschlucken) beteiligt. Die Patienten erleben die Krämpfe bei vollem Bewusstsein. Körperfunktionen wie Blutdruck, Temperatur, Herzschlag u.a. können betroffen sein und zum Tod führen. Der Tetanus ist daher eine lebensbedrohliche Erkrankung. Der Verlauf kann über Wochen andauern. Die Sterblichkeitsrate liegt bei 20 bis über 50%, und nimmt mit steigendem Alter zu. Nach einer durchgemachten Erkrankung besteht kein Schutz vor einer neuen Infektion.

Patienten werden auf der Intensivstation in künstlichem Koma betreut und erhalten ein Serum, welches hochkonzentriert Tetanus-Antikörper enthält, sowie Antibiotika.

Die Impfung

Der Impfstoff enthält eine definierte Menge von entgiftetem Tetanus-Toxin (Toxoid). Das Toxoid ist an eine Aluminiumverbindung angelagert, wodurch die Bildung von Abwehrstoffen gesteigert wird. Die Impfung wird in den Muskel injiziert. Für einen Grundschutz sind 3 Impfdosen (2. Dosis nach 4 bis 8 Wochen, 3. Dosis nach 6 bis 12 Monaten) notwendig. Für Kinder steht ein Sechsfachimpfstoff Tetanus/Diphtherie/Kinderlähmung/Keuchhusten/Haemophilus influenzae Typ b/Hepatitis B zur Verfügung. Auffrischungen erfolgen gemäß Impfplan für Kinder/Jugendliche bzw. alle 10 Jahre bei Erwachsenen. Wenn möglich werden mit einem Kombinationsimpfstoff gleichzeitig andere Impfungen verabreicht, bei Erwachsenen vor allem die Kombination Tetanus/Diphtherie bzw. Tetanus/Diphtherie/Kinderlähmung. In den Tagen nach der Impfung sollen übermäßige körperliche Anstrengungen vermieden werden. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Arztpraxis.

Nach der Impfung können vorübergehend Schwellung, Rötung und Schmerz und selten kleine Knötchen an der Injektionsstelle auftreten. Kopfschmerz, Schüttelfrost, Fieber, Muskel-, Gelenkschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden sind dagegen seltener und vor allem bei mehrmaliger kurzzeitiger Tetanusimpfung nachweisbar. Allergische Reaktionen (Jucken, Nesselsucht, Atembeschwerden, Kreislaufbeschwerden) sind extrem selten und treten ebenfalls v. a. bei Patienten mit mehreren kurzfristig durchgeführten Impfungen auf. Schwere Komplikationen (Entzündungen der Nerven oder des Gehirns, vorübergehender Abfall der Blutplättchen oder Nierenschädigung) traten bisher nur in Einzelfällen auf.

Der Nutzen der Impfung für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Nur die Impfung im frühen Kindesalter bietet Schutz vor dieser schweren Erkrankung, an der ca. 25 % der Erkrankten sterben. Da der Erreger überall vorkommt und durch jede kleine Verletzung in den Körper gelangen kann, besitzt der rechtzeitig aufgebaute und durch Auffrischimpfungen im Vorschul- sowie Jugendalter und später in 10jährigen Abständen regelmäßig erneuerte Impfschutz elementare Bedeutung.

Wer geimpft werden sollte

Die Tetanusimpfung wird für alle Personen empfohlen, die keine oder eine unvollständige Grundimmunisierung aufweisen oder bei denen die letzte Impfung der Grundimmunisierung bzw. die letzte Auffrischimpfung länger als 10 Jahre zurückliegt.

GESUND & SICHER REISEN

IMPFKONTROLLE !

Impfungen gehören zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen für eine Reise. Bagatellverletzungen, vor allem kleinere Wunden oder Hautabschürfungen, sind auf Reisen nicht selten. Ob ein rostiger Nagel, in den man tritt, oder Hautabschürfungen, die verschmutzt sind, es besteht immer die Gefahr einer Tetanus-Infektion. Ein gültiger Tetanus-Impfschutz erspart dann die Suche nach einem Arzt im fremden Land, um die fehlende Impfung nachzuholen.

Besondere Infektionsrisiken bestehen vor allem in südlichen Ländern bei Essen und Trinken. Auch wenn das Menü der mediterranen Küche noch so gut schmeckt, wenn es nicht unter den notwendigen hygienischen Bedingungen zubereitet wurde, besteht die Gefahr der Infektion mit Krankheitserregern, vor allem dem Hepatitis A-Virus. Eine rechtzeitige Impfung vor der Reise erspart auch hier eine unnötige Erkrankung.

Wir beraten Sie auch gerne zu allen anderen medizinischen Fragen rund um Ihre Reise !

Grundausstattung einer Reiseapotheke

Medikamente gegen:

  • Durchfall
  • Erbrechen/Übelkeit
  • Reiseübelkeit
  • Verstopfung
  • Blähungen
  • Magen-/Darmkrämpfe
  • Elektrolytmischungen
  • Erkältung
  • Fieber/Schmerzen
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Ohrenschmerzen
  • Augenentzündung
  • Erste-Hilfe bei Verletzungen:
  • Verbandmaterial
  • Wundversorgung
  • Verbrennungen
  • Verstauchungen/Sportverletzungen

Reisedurchfall

Die richtige Vorbeugung

Der Reisedurchfall ist die häufigste Krankheitserscheinung bei Fernreisenden. Stärkere Durchfälle können aufgrund des starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes für Säuglinge und Kleinkinder lebensbedrohlich werden. Die wichtigste Regel zum Schutz vor Magen-Darm-Infektionen lautet:

"Boil it, cook it, peel it - or forget it!"

(Koche es, brate es, schäle es - oder vergiss es!).

Stärkere Durchfälle lassen sich durch Medikamente stoppen. Allerdings sind einige Medikamente nicht für Kinder unter zwei Jahren geeignet. Lassen Sie sich hierzu in jedem Fall von geschultem Fachpersonal beraten.

Blutige oder eitrige Durchfälle müssen in jedem Fall vom Arzt therapiert werden!

Bei Durchfällen ist die rasche und kontinuierliche Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten notwendig, um ernste Komplikationen und Folgeschäden zu vermeiden. Sie können im Handel fertige Produkte sog. orale Rehydratationslösungen (ORS) erhalten. Im Notfall können Sie sich auch folgende Lösung mischen:

  • 8 Teelöffel Zucker
  • 1 gestrichener Teelöffel Kochsalz
  • E3/4 Teelöffel Backpulver in einem Liter Flüssigkeit (abgekochtes Wasser, Fruchtsäfte

Die notwendige Menge der einzunehmenden ORS hängt wesentlich vom Dehydratationszustand ab. Lassen Sie sich hierzu von einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker beraten.

Reisen mit Kindern

Impfschutz für Kinder

Infektionskrankheiten sind in den meisten südlichen Ländern weit verbreitet. Daher besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko für mitreisende Kinder. Ein umfassender Impfschutz ist deshalb für das Kind besonders wichtig.

Grundsätzlich gilt, dass Kinder den gleichen Reise-Impfschutz haben sollten wie die Eltern.

Überprüfen Sie zunächst den Basis-Impfschutz Ihres Kindes.

Kinder sollten bei einer Auslandsreise alle nach dem deutschen Impfkalender für ihr Alter empfohlene Impfungen haben. Der Impfkalender sieht grundsätzlich Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus influenzae, Polio, Hepatitis B sowie Masern/Mumps/Röteln vor. Genauere Informationen zu diesen Impfungen erhalten Sie bei Ihrem Arzt.

Holen Sie in jedem Fall die fehlenden Impfungen nach, falls der Impfschutz Ihres Kindes nicht vollständig ist.

Impfungen für die Fernreise

Die Impfungen, die bei Fernreisen erforderlich sind, hängen von Reiseziel und Reisestil ab. Bei Kindern sind in Abhängigkeit dieser Vorgaben Impfungen gegen Hepatitis A und B, Typhus, FSME, Meningitis, Tollwut, Gelbfieber, der Japan. Enzephalitis in Erwägung zu ziehen. Eine Cholera-Impfung ist entbehrlich, wenn strikt auf Nahrungs-, Trinkwasser- und Sanitär-Hygiene geachtet wird.

Reisen mit Kindern in Malariagebiete

Malaria und Mückenschutz

Vermeiden Sie es grundsätzlich, Kleinkinder zu Urlaubsreisen in Malariagebiete mitzunehmen. Dies gilt besonders dann, wenn im Urlaubsziel Resistenzen der Erreger gegen Malariamedikamente bekannt sind.

Was ist Malaria?

Malaria wird von einzelligen Blutparasiten verursacht und von dämmerungs- und nachtaktiven Stechmücken übertragen. Die Erkrankung verläuft mit Fieber und oft auch mit Durchfall, Erbrechen, Kopf- und Gliederschmerzen. Die bösartige (tropische) Malaria kann zu schweren Krankheitsverläufen, bis hin zum Tode führen. Jedoch ist jede rechtzeitig erkannte Malaria heilbar.

Denken Sie bei Auftreten der geschilderten Symptome während oder nach einem Tropenaufenthalt immer an die Möglichkeit einer Malaria und suchen Sie bei entsprechenden Symptomen sofort einen Arzt auf.

Mückenschutz

Der beste Schutz vor Malaria ist, wenn die Mücke nicht sticht! Betreiben Sie deswegen in jedem Fall auch bei Kindern einen konsequenten Mückenschutz.

Da Malariamücken nur in den Abend- und Nachtstunden aktiv sind, ist es wichtig, folgende Schutzmaßnahmen vor allem in dieser Zeit durchzuführen:

Wir bieten Ihnen

  • Halten Sie sich während der Dunkelheit in mückengeschützten Räumen auf.
  • Tragen Sie körperbedeckende Kleidung im Freien nach Einbruch der Dämmerung,
  • Verwenden Sie insektenabwehrende Mittel zum Einreiben.
  • Halten Sie Schlafräume durch Klimaanlage, Screens oder Abtöten mückenfrei.
  • Verwenden Sie evtl. Insektizide als Aerosol, Verdampfer, Kerzen, Räucherspiralen etc. (nicht über längere Zeiträume).
  • Schlafen Sie unter einem Moskitonetz.

Moskitonetze sind der beste Schutz für Säuglinge. Spannen Sie sie so auf, dass keine Lücken entstehen und das Kind keinen Kontakt zum Stoff hat.

Mücken- und Insektenabwehrmittel auf chemischer Basis sind für Kleinkinder keinesfalls geeignet. Für Kinder kommen Abwehrmittel auf pflanzlicher Basis (ätherische Öle) in Betracht.

Mücken und andere Insekten übertragen in den südlichen Ländern nicht nur Malaria, sondern auch eine Reihe weiterer Krankheiten. Mückenschutz bedeutet daher auch Infektionsschutz.

Malariaprophylaxe

Grundsätzlich gilt, dass, wenn für Erwachsene eine medikamentöse Malariaprophylaxe (Chemoprophylaxe) in Frage kommt, die Empfehlungen auch für Kinder gelten, und zwar für alle Altersgruppen.

Säuglinge bis zu 6 Monaten lassen sich aber in weitgehend mückenfreien Schlafräumen unter einem sorgfältig angebrachten Moskitonetz vor den nachtaktiven Überträgermücken gut schützen.

Für die Wahl des Mittels zur Vorbeugung und seine Einnahme gelten für Kinder und Erwachsene meist die gleichen Empfehlungen. Ausnahmen hiervon betreffen die Mittel Mefloquin (nicht bei Kindern unter 5 kg Körpergewicht) und Doxycyclin (nicht für Kinder unter 8 Jahre, in Deutschland nicht zugelassen). Für die Wirkstoffkombination Atovaquon/Proguanil gibt es eine spezielle Darreichungsform für Kinder (von 11-40 kg Körpergewicht).

Reisen mit Kindern

Der richtige Schutz

  • Setzen Sie Säuglinge bis zum 12. Monat niemals der direkten Sonneneinstrahlung aus. Stellen Sie den Kinderwagen immer in den Schatten und schützen Sie Ihr Kind zusätzlich durch einen Sonnenschirm.
  • Kinder im Kleinkindalter dürfen nur kurze Zeit in der Sonne bleiben und auf keinen Fall in der Mittagssonne. Setzen Sie Ihren Kindern immer einen Sonnenhut auf.
  • wischen 11 und 15 Uhr sollten sich Schulkinder möglichst nicht in der Sonne aufhalten, sondern ihre Aktivitäten möglicht in den Nachmittag oder Abend verlegen. Cremen Sie Ihre Kinder etwa eine halbe Stunde vor dem Baden mit wasserfesten Cremes ein.

Sonnenbrand - was tun?

Wenn der Sonnenschutz nicht ausreicht und die Selbstheilungskraft der Haut überfordert wird, kommt es zum Sonnenbrand. Rötung, Schwellungen und Brennen treten nach 5-6 Stunden auf und erreichen Ihren Höhepunkt nach etwa 12-24 Stunden. Als Hilfemaßnahmen ist nun folgendes zu tun:

  • Sorgen Sie für kühlende, feuchte Umschläge. Die Verdunstungskälte läßt Schmerzen, Schwellung und Rötung zurückgehen.
  • Setzen Sie Ihrem Kind keiner weiteren Sonneneinstrahlung aus.
  • Bei leichten Sonnenbränden helfen entzündungshemmende Cremes und Lotionen. Wenn sich die Haut nach einigen Tagen zu schälen beginnt, sollte sie mit Creme vor Austrocknung geschützt werden.
  • Schwere Verbrennungen, oft verbunden mit Fieber, Schüttelfrost, Blasenbildung bis hin zum Ablösen der Haut, müssen ärztlich behandelt werden.

Beachten Sie, dass die ersten Anzeichen eines Sonnenbrandes durch die kühlende Wirkung des Windes am Meer oder beim Fahrradfahren oft nicht bemerkt werden.

Thromboseprophylaxe bei Reisen

Beinvenenthrombosen bei Reisen, sogar mit Lungenembolien und vereinzelt tödlichem Ausgang, sind derzeit in der Diskussion. Insbesondere Flugreisen auf Langstrecken werden angeschuldigt, aber auch andere Reisearten mit langem, eingeengtem Sitzen. Da eine diesbezügliche Gefährdung der Reisenden derzeit nicht sicher ausgeschlossen werden kann, ergeben sich folgende allgemeine Empfehlungen entsprechend des individuellen Risikos.

Risiko

Wer ?

Verhaltensempfehlungen/ Hilfsmittel

Medikamente

gering
'Gesunde', Jüngere, keine Medikamenteneinnahme

Bewegungsübungen im Sitzen und Stehen, häufiges Aufstehen (soweit möglich), auesreichend trinken, wenig Alkohol bitte fragen Sie Ihren Arzt !

mittel
Über 40 Jahre alt, Ovulationshemmer ('Pille'), Hormonsubstitution, Adipositas, (Rauchen), Varikosis, Herzinsuffizienz, Schwangerschaft Allgemeinmaßnahmen, zzgl. Unterschenkelkompressionsstrümpfe Kl. 1/2bitte fragen Sie Ihren Arzt !

hoch
Thrombose in der Anamnese, erhöhte Gerinnungsneigung, z.B. Thrombophilie, nach Operationen in Narkose, nach Verletzungen der Beine, Gipsverband der Beine, bösartige ErkrankungenAllgemeinmaßnahmen, zzgl. Unterschenkelkompressionsstrümpfe Kl. 1/2

bitte fragen Sie Ihren Arzt !

Die Einnahme von Medikamenten sollte nur nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt unter Abwägung des Nutzens und der Risiken erfolgen!

Modifiziert nach den Konsensusempfehlungen von:

  • Forum Reisen und Medizin e.V.
  • Bayerische Gesellschaft für Immun-,Tropenmedizin und Impfwesen e.V.
  • Berufsverband Deutscher Internisten,
  • Deutsche Akademie für Flugmedizin